Seit Jahrtausenden werden Pflanzen von Menschen und Tieren gleichermaßen genutzt und geschätzt. Anfänglich dienten sie als Nahrungsquelle, mit der Zeit wurden weitere Verwendungsmöglichkeiten bei Verletzungen oder Beschwerden entdeckt und die Erkenntnisse an die Generationen weitergegeben. Auf diese Weise entstand ein umfängliches Wissen über Eigenschaften und Wirkungen von Heilkräutern. Pflanzen, welche einen bitteren Geschmack und einen kräftigen Geruch aufweisen, wurden seit jeher als besonders wirksam angesehen.

Heilkräuter können giftig sein, wobei es immer auf die Menge ankommt.

Heilkräuter sind Nutzpflanzen, welche unterschiedlich verarbeitet sowie in verschiedenen Formen innerlich und äußerlich angewendet werden können, sei es als Phytopharmaka, in der Kräutermedizin allgemein, im Nahrungsmittelbereich oder in der Kosmetik.

Genießbare Kräuter in der Kräuterkunde sind in Heil- und Küchenkräuter unterteilt, wobei es keine spezifische Unterteilung gibt, da beide Arten sowohl bei Heilungsprozessen als auch in Nahrungsmitteln und als Essigkreation Verwendung finden.

Unzählige Pflanzen sind bis heute wenig bekannt und erforscht, Heilkräuter in der Ayurveda (indische Kräutermedizin) sowie der traditionellen chinesischen Medizin haben aus Sicht der Forscher noch mehr Potential, welches es herauszufinden gilt.

Erste Aufzeichnungen und bekannte Namen

Bereits in den ältesten Schriften von Babylon, Ägypten, Indien und China ist die Verwendung von Pflanzen hauptsächlich als Heilmittel, aufgeführt. Die bekannteste Aufzeichnung Papyrus Ebers stammt von den alten Ägyptern 1600 Jahre vor Christus.

In orientalischen Medizinbüchern ist unter anderem die Beziehung von Heilkräutern mit der Medizin und der Nahrung beschrieben.

Das älteste und erhaltene Buch ist das Lorscher Arzneibuch und wurde in der Zeit von Karl dem Großen geschrieben.

Hildegard von Bingen schrieb in der Zeit zwischen 1150 und 1160 über Heilkunde und Heilkräuter.

Der deutsche Professor für Phytotherapie und Facharzt der inneren Medizin Rudolf Fritz Weiss (1895 / †1991) gilt als Gründer der wissenschaftlichen Pflanzenheilkunde.

Die im Jahr 1991 gefundene, ungefähr 5`300 Jahre alte Gletschermumie vom Tisenjoch mit dem bekannten Namen Ötzi, hatte Birkenporlinge bei sich, vermutlich aufgrund der antibiotischen Wirkung. Die Pilze sind im Anfangsstadium  essbar, jedoch durch die Bitterkeit fast ungenießbar.

Im Mittelalter waren Kräutergärten hauptsächlich in Klöstern zu finden und sind bis heute ein Zeichen der Wertschätzung an die Natur geblieben.

Anwendung und Wirkung von Heilkräutern

Aufgrund der Inhalts- und Wirkstoffe sind Heilkräuter vielseitig anwendbar, beispielsweise, um eine Krankheitsverlauf zu minimieren, Blutdruck zu regeln, Entzündungen zu lindern oder zur besseren Verdauung und einer gesünderen Darmflora.

Naturheilkräuter finden ihre Verwendung in Gewürzen, Getränken sowie entzündungshemmenden Cremes oder Salben und bilden die Basis für die Herstellung von vielen Medikamenten und Naturheilprodukten.

Die Inhaltsstoffe von Heilkräutern können eine positive Wirkung auf den Organismus ausüben, unter anderem auf die Verdauung und das Immunsystem, indem Sie Lebensmitteln sowie Kräuteressig beigemischt werden und sich in unter anderem in einer Essigkreation wiederfinden. Holunder beispielsweise eignet sich genauso bei Erkältungen wie zur Verfeinerung von Rotweinessig.

Naturheilkräuter enthalten nicht nur einen, sondern viele Wirkstoffe. Aus der Symbiose aller Inhalts- und Ballaststoffe erhalten die Heilkräuter eine spezifische Wirkung und eignen sich für viele Verwendungszwecke, zum Beispiel für die Herstellung von Vitalessig.

Heilkräuter finden sich auch in der Religion, wo sie teilweise bei Ritualen eingesetzt werden. Bei Schamanen kommen verschiedene Pflanzen wegen der halluzinogen Wirkung in Betracht und verhelfen angeblich bei Visionen.